Der Osteopathie sind Grenzen gesetzt

Für einen ausgebildeten Osteopathen ist es unabdingbar, die Grenzen im eigenen therapeutischen Handeln zu erkennen und zu jedem Zeitpunkt zu wissen, ab wann eine Patientin oder ein Patient in schulmedizinisch-ärztliche Hände gehört und nicht mehr mit Osteopathie behandelt werden darf. Dieser Frage muss sich jeder verantwortungsvolle Therapeut bei jeder Behandlung neu stellen. Als langjährige Osteopathin ist es für mich persönlich ein Gebot der Seriosität und der Verantwortung meinen Patientinnen und Patienten gegenüber, hier im Folgenden auf diese Grenzen hinzuweisen.

Für Sie als Patientin / Patient ist es erst einmal wichtig zu wissen, dass nicht alle Krankheiten mit Osteopathie behandelbar sind. Sie ist natürlich keine „Wundermedizin“ und sie ist auch kein „Allheilmittel“. Die Osteopathie kann in vielen Bereichen einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Wiederherstellung während und nach einer Erkrankung zu beschleunigen, oder die Lebensqualität zu verbessern.

Der Osteopathie sind dort ganz klare therapeutische Grenzen gesetzt, wo strukturelle Gewebeschädigungen vorhanden sind und die inneren Selbstheilungskräfte nicht ausreichen, den Körper gesunden zu lassen. Schwere und akute Krankheiten können nur begleitend behandelt werden, sie gehören stets in die Obhut der klassischen Schulmedizin. Das gilt natürlich auch für die medizinische Versorgung von akuten Unfallfolgen.

Weitere Grenzen der Osteopathie liegen in einem Bereich, in dem die bestehenden Beschwerden nicht organisch bedingt sind. Alle psychiatrischen Erkrankungen gehören nicht in die Hand eines Osteopathen. Dennoch kann sich der sensible Körperkontakt, gerade im Bereich der biodynamischen Osteopathie, durchaus positiv auf die Psyche auswirken. Eine, die schulmedizinische Therapie begleitende, osteopathische Behandlung kann hier in einigen Fällen hilfreich sein.

Grundsätzlich gilt:

  • Die Osteopathie ist eine Form der Medizin, die sich als Ergänzung zur klassischen Schulmedizin versteht.
  • Bei einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder bei ähnlich bedrohlichen Ereignissen kann die Osteopathie nicht lebensrettend eingreifen. Die Osteopathie ist keine Notfallmedizin.
  • Alle Arten von akuten Verletzungen, Wunden, Verbrennungen, so wie ein Knochenbruch, Leistenbruch oder massiver Zwerchfellbruch, müssen immer schulmedizinisch behandelt werden.
  • Infektionen, wie bakterielle Entzündungen von Organen, dürfen nicht osteopathisch behandelt werden. Es besteht durch die manuellen Behandlungstechniken sonst das Risiko einer Ausbreitung der Infektion im Körper.
  • Fremdkörper können bei einer Behandlung mit Osteopathie unter bestimmten Umständen zu inneren Verletzungen führen. Das betrifft zum Beispiel Manipulationen an der Gebärmutter, wenn dort eine Spirale eingesetzt ist. Auch Thrombosen, Gallensteine oder Nierensteine können bei einer Manipulation zu „wandern“ beginnen. Sie können dadurch sehr starke Schmerzen und Koliken hervorrufen und zu einer Gefahr werden.
  • Arthrosen sind durch einen Knorpelabrieb auf den Gelenkflächen eines Gelenks gekennzeichnet. Im fortgeschrittenen Stadium treten dabei häufig Veränderungen an den Knochen im Bereich der Gelenke auf. Der Prozess einer Arthrose kann auch mit der Osteopathie nicht mehr rückgängig gemacht werden, dennoch können osteopathische Behandlungen schmerzlindernd wirken, die Beweglichkeit verbessern und damit die Lebensqualität steigern.
  • Auch für die inneren Organe gilt, dass durch Krankheiten zerstörte Strukturen im Gewebe irreversibel sind und sich mit Osteopathie ebenso nicht mehr rückgängig machen lassen. Hat sich zum Beispiel eine Lungenfibrose entwickelt, ist dieser Zustand unumkehrbar. Gleiches gilt für eine Leberzirrhose, für Tumore und Karzinome.
  • Fraglich ist eine osteopathische Behandlung bei Schäden im neuronalen Bereich. Hier kann – zumindest nach heutigem Wissensstand – die Osteopathie nur in einigen Fällen und mit ärztlicher Absprache als begleitende Therapie eingesetzt werden.

Die Osteopathie in meiner Praxis in Berlin Wilmersdorf

Abgesehen von den oben benannten Grenzen bietet die Osteopathie mit ihren Teilbereichen parietale, viszerale und cranio-sacrale, sowie der biodynamischen Osteopathie als Weiterentwicklung der cranio-sacralen Therapie, eine Vielzahl an sinnvollen Behandlungsmöglichkeiten. Natürlich biete ich meinen Patientinnen und Patienten alle Therapieformen in meiner Praxis in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf an.

Ich betrachte meine Patientinnen und Patienten bei der osteopathischen Untersuchung stets in ihrer komplexen Einheit von Körper, Geist und Seele. Meine darauf basierende osteopathische Behandlungsweise geht oft weit über das Behandeln der einzelnen Symptome hinaus. Denn in den Bereichen, in denen die manuelle Untersuchung mit den Techniken der Osteopathie nicht ausreicht um wichtige diagnostische Informationen zu erhalten, werden von mir selbstverständlich alle anderen Möglichkeiten der Diagnostik in Betracht gezogen, die schulmedizinisch sinnvoll und für den jeweiligen Behandlungsfall erforderlich sind. Ebenso verfahre ich in meiner Praxis, wenn Krankheitsverläufe meiner Patientinnen und Patienten zusätzlich zur Osteopathie medizinische Maßnahmen nötig machen, oder grundsätzlich eine ärztlich-medizinische Behandlung anzuraten ist.

Rechtlicher Hinweis zum Heilmittelwerbegesetz

Von mir wird zu keinem Zeitpunkt ein Heilversprechen abgegeben. Wenn bei oder nach einer von mir durchgeführten osteopathischen Behandlung körperlicher Beschwerden, wie zum Beispiel Rückenschmerzen, Schulterschmerzen, oder Bandscheibenvorfall bei einer Patientin oder einem Patienten eine Besserung der Symptome eingetreten ist, bedeutet das nicht, dass dieses Behandlungsergebnis bei einem anderen Patienten bei gleicher Symptomatik ebenso eintreten wird.

Falls Sie weitere Fragen zu den Grenzbereichen der Osteopathie haben, zögern Sie nicht, mich bei Ihrem Behandlungstermin in meiner Praxis darauf anzusprechen. Ich beantworte Ihre Fragen zu allen Bereichen der Osteopathie sehr gern.

Ihre Martina Merländer

Praxis ChiSaNatura Berlin

Die Grenzen der Osteopathie? | Ihre Osteopathie-Praxis in Berlin-Charlottenburg.
Grenzen der Osteopathie - Praxis Martina Merländer, Berlin

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